Bewegung + Lernen

Viele PädagogInnen haben die wichtige Beziehung zwischen Lernen und Bewegung betont. P. Dennison nennt Bewegung das Tor zum Lernen. 
Natürlich gehören auch Augen- und Zungenbewegungen oder Mimik dazu.

Schon die Sprache zeigt den Zusammenhang: Viele Wörter aus dem Bereich des Lernens haben ursprünglich mit einer Bewegung zu tun:

-Fortschritt - fortschreiten
-begreifen
-auffassen
-aufnehmen
-erreichen
-wiederholen
-kapieren (lat. capere = fassen)

Dagegen markieren gewisse Wörter des Scheiterns Bewegungslosigkeit:

-Sitzenbleiben (eine Klasse repetieren)
-blockiert
-gehemmt

 

Training von Bewegung (ähnlich: Augen und Ohren oder Kombinationen davon)

(aus meinen Erfahrungen im Gitarrenunterricht)

Spezielle Bewegungen, die wir brauchen, um z.B. unser Instrument zu spielen, können oft auf verblüffende Weise mit kinesiologischen Methoden verbessert werden. Es kann sich dabei um Geschwindigkeit, Dehnfähigkeit oder Präzision der Bewegung handeln. Wenn nicht ohnehin klar ist, was wir trainieren wollen, können wir auch den Indikatormuskel fragen, wo genau wir das Training am sinnvollsten ansetzen wollen ( z.B. rechter Zeigfinger, Grundgelenk, schnelle Rückwärtsbewegung). Geht es etwa um Geschwindigkeit, dann beginnen wir mit einer langsamen Bewegung und steigern allmählich das Tempo. Dabei wird immer wieder der Indikator getestet. Von einer gewissen Geschwindigkeit an wird er nachgeben, das heisst, jetzt erzeugt diese Bewegung Stress. Und unter Stress ist ein Üben überhaupt nicht effizient! Jetzt können wir den Indikatormuskel "fragen", welche Übungen, Reflexpunkte etc. (auch Affirmationen, Klänge, Vorstellungen) gebraucht werden, um diesen Stress abzubauen. Wir können auch schauen, welche übrigen Muskeln jetzt geschwächt sind und gestärkt werden können. (beachte: oft müssen zunächst die Augen oder Ohren balanciert werden)

Nachdem wir die ausgetesteten Übungen etc. gemacht haben, wird der Indikator meist einer wesentlich höheren Geschwindigkeit standhalten, d.h. der Stress ist abgebaut, und jetzt steht einem effizienten Üben nichts mehr im Wege. Das kinesiologische Training ersetzt also kein Üben, macht dieses aber erst effizient. Ist es nicht möglich, gleichzeitig zu testen und die gewünschte Bewegung auszuführen (z. Bsp. ein Salto), kann auch kurz hinterher getestet werden, oder wir stellen uns die Bewegung einfach vor.

 

Zu den Bewegungen gehören natürlich auch Zungenbewegungen, Augenbewegungen, Mimik etc.

Bsp.
Zungenbewegungen: Mache kreisförmige Bewegungen, liegende Achten. Schreibe mit der Zunge imaginäre Buchstaben oder Texte. (Du kannst auch auf einem Teller schlecken). Du wirst feststellen, dass danach deine Aussprache deutlicher wird. Und nicht nur das. Interessanterweise fallen dir auch mehr Wörter und Sätze ein. (also lass deine Kinder ihren Teller ausschlecken!)